|
Experiment des Monats
|
Als es noch keine Urinteststreifen gab, wurde der Glucose-Gehalt des Harns durch eine modifizierte Benedict-Probe bestimmt. Dieses Verfahren kann auch für andere zuckerhaltige Lösungen genutzt werden, u.a. Getränke.
![]() |
Geräte und Chemikalien:
Kupfersulfat Pentahydrat,
Natriumcitrat Dihydrat,
Natriumcarbonat Decahydrat,
Kaliumthiocyanat,
Kaliumhexacyanoferrat(II),
Reagenzgläser, Reagenzglashalter, Meßkolben, Pipetten, Insulinspritze, Siedesteine, Brenner.
Durchführung:
Glycurator-Reagenz: 18 g Kupfersulfat im Meßkolben in Wasser lösen und auf 100 ml auffüllen.
200 g Natriumcitrat, 200 g Natriumcarbonat und 125 g Kaliumthiocyanat jeweils in 250 ml Wasser lösen
und alle drei Lösungen vereinigen. 5 ml einer 5%igen Kaliumhexacyanoferrat-Lösung zugeben.
Die Kupfersulfat-Lösung dazugeben, mischen und auf 1000 ml mit Wasser auffüllen.
Glucose-Bestimmung: 2,5 ml des Glycurator-Reagenz in ein Reagenzglas geben (Siedestein empfohlen) und bis zum sieden erhitzen.
Mit der Spritze tropfenweise die zu untersuchende Lösung zugeben. Zwischendurch weiter erhitzen.
Die Probenlösung bis zum Farbumschlag (Verschwinden der Blaufärbung und Farbänderung nach gelblich)
zugeben - darauf achtend, dass die Lösung am Sieden gehalten wird. Es entsteht dabei ein weißer Niederschlag.
Erklärung:
Es handelt sich hier um eine inverse Titration, bei der ein Verbrauch von 1,0 ml Probenlösung einer Glucose-Konzentration
von 1% in dieser Lösung entspricht. Die Konzentrationen errechnen sich dann aus 1%Glucose/Verbrauch(ml)
Sollte der Verbrauch unter 0,25 ml liegen, die Untersuchung mit einer verdünnten Probelösung (1:5 oder 1:10)
wiederholen und entsprechend umrechnen.
Am Endpunkt, der hier gut erkennbar ist, fällt weißes Kupferthiocyanat aus.
Das Experiment erfasst alle reduzierenden Zucker (also auch Fructose); Saccharose muss vorher hydrolysiert werden (durch Zugabe von
Säure, sofern notwendig - viele Lebensmittel enthalten schon Invertzucker).
Gefahren:

Kupfersalze sind gesundheitsschädlich.
Entsorgung:
Die Lösungen werden zum Schwermetallabfall gegeben.
Literatur & Links:
G. Ahrens: Die Urinanalyse. Leipzig, 1966
Wolfgang Proske (Zahna): persönliche Mitteilungen
Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Proske – Schulchemiezentrum Zahna – danke ich sehr herzlich für die Unterstützung.
|
Diese Seite wurde im Januar 1998 in die Top 5% Chemistry Sites aufgenommen, vergeben von: Stefan Knecht: Die Homepage für Chemiker und Rolf Claessen's Chemie-Index. Im Mai/Juni 1998 wurde ihr der Learning Chemistry Top Site Award verliehen, im Juli 1999 der Bildungs-Award von Bildung Online. |
zur Charité - Universitätsmedizin Berlin
Letzte Änderungen am: Dienstag, 23. Juni 2026,
A. Schunk,
Charité - Universitätsmedizin Berlin.
Für den Inhalt externer Seiten wird keine Verantwortung übernommen!