Chemische Experimente       

Experiment des Monats
Juni 2026

Glycurator-Reagenz

      

Als es noch keine Urinteststreifen gab, wurde der Glucose-Gehalt des Harns durch eine modifizierte Benedict-Probe bestimmt. Dieses Verfahren kann auch für andere zuckerhaltige Lösungen genutzt werden, u.a. Getränke.

Experiment des Monats

Geräte und Chemikalien:
Kupfersulfat Pentahydrat, Natriumcitrat Dihydrat, Natriumcarbonat Decahydrat, Kaliumthiocyanat, Kaliumhexacyanoferrat(II),
Reagenzgläser, Reagenzglashalter, Meßkolben, Pipetten, Insulinspritze, Siedesteine, Brenner.

Durchführung:
Glycurator-Reagenz: 18 g Kupfersulfat im Meßkolben in Wasser lösen und auf 100 ml auffüllen. 200 g Natriumcitrat, 200 g Natriumcarbonat und 125 g Kaliumthiocyanat jeweils in 250 ml Wasser lösen und alle drei Lösungen vereinigen. 5 ml einer 5%igen Kaliumhexacyanoferrat-Lösung zugeben. Die Kupfersulfat-Lösung dazugeben, mischen und auf 1000 ml mit Wasser auffüllen.
Glucose-Bestimmung: 2,5 ml des Glycurator-Reagenz in ein Reagenzglas geben (Siedestein empfohlen) und bis zum sieden erhitzen. Mit der Spritze tropfenweise die zu untersuchende Lösung zugeben. Zwischendurch weiter erhitzen. Die Probenlösung bis zum Farbumschlag (Verschwinden der Blaufärbung und Farbänderung nach gelblich) zugeben - darauf achtend, dass die Lösung am Sieden gehalten wird. Es entsteht dabei ein weißer Niederschlag.

Erklärung:
Es handelt sich hier um eine inverse Titration, bei der ein Verbrauch von 1,0 ml Probenlösung einer Glucose-Konzentration von 1% in dieser Lösung entspricht. Die Konzentrationen errechnen sich dann aus   1%Glucose/Verbrauch(ml)
Sollte der Verbrauch unter 0,25 ml liegen, die Untersuchung mit einer verdünnten Probelösung (1:5 oder 1:10) wiederholen und entsprechend umrechnen.
Am Endpunkt, der hier gut erkennbar ist, fällt weißes Kupferthiocyanat aus.
Das Experiment erfasst alle reduzierenden Zucker (also auch Fructose); Saccharose muss vorher hydrolysiert werden (durch Zugabe von Säure, sofern notwendig - viele Lebensmittel enthalten schon Invertzucker).

Gefahren: mindergiftig
Kupfersalze sind gesundheitsschädlich.

Entsorgung:
Die Lösungen werden zum Schwermetallabfall gegeben.

Literatur & Links:
G. Ahrens: Die Urinanalyse. Leipzig, 1966
Wolfgang Proske (Zahna): persönliche Mitteilungen

Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang ProskeSchulchemiezentrum Zahna – danke ich sehr herzlich für die Unterstützung.


Mai 2026: Gesamtsäure im Wein

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